Petition gescheitert

Nachdem die von mir gestartete Petition über 750 Unterstützer gefunden hat (vielen Dank dafür!) habe ich das letzte halbe Jahr durch mehreren Emails, Anrufe und Faxe versucht, eine Reaktion aus dem Umfeld der Oberbürgermeisterin zu bekommen. Lange hat es gedauert, jetzt endlich ist eine (ernüchternde) Rückmeldung eingegangen, die, grob zusammengefasst, besagt: Oberbürgermeisterin Reker wird keine Stellung beziehen. Das Antwortschreiben kann hier gelesen werden.

Neue Petition

Zur Zeit boomen die Petitionen (Frau Reker hat übrigens immer noch nicht reagiert).

Die Initiative Lärmschutz hat nun eine weitere Petition – die leider erst knapp 400 von nötigen 50.000 Stimmen erreicht hat und am 9. März endet (also erfolglos sein wird) – veröffentlicht.

Dazu heißt es:

Die Petition „Lärmschutz – Anpassung der Rechtsgrundlagen für die Umsetzung der Lärmaktionspläne hat zum Ziel, die rechtlichen Grundlagen von Lärmaktionsplänen so zu gestalten, dass die betroffenen Kommunen in ihrer Durchsetzung handlungsfähig werden. In ihrer Begründung schreibt die Initiative, dass es aufgrund der unterschiedlichen Rechtsgrundlagen und deren Auslegung den Gemeinden bisher verwehrt wird, in Infrastrukturprojekte außerhalb ihrer Trägerschaft so einzuwirken, dass die für teures Geld erstellten Lärmaktionspläne auch umgesetzt werden können

Weitere Informationen und die Möglichkeit der Zeichnung gibt es hier:

http://www.initiative-laermschutz.de/die-petition

 

Tag gegen Lärm 2017

Eine Nachricht des „Arbeitskreises Tag gegen Lärm“:

Am 26. April 2017 findet der 20. Tag gegen Lärm – International Noise Awareness Day statt! Akustische Vielfalt in Deutschland ist das Motto für den diesjährigen Tag gegen Lärm. Aus Anlass des 20. „Tag gegen Lärm“ findet bereits am 25. April 2017 die zentrale Veranstaltung der DEGA in Berlin statt. „Akustische Vielfalt in Deutschland: Errungenschaften, Herausforderungen, Probleme“ – dazu diskutieren Akteure aus Planung, Wissenschaft und Politik in Vorträgen und einer anschließenden Podiumsdiskussion über Lärmkartierung, Lärmwirkung und Lärmschutz. Detaillierte Programminformationen finden Sie hier.
Darüber hinaus bietet die DEGA im Rahmen des „Tag gegen Lärm 2017“ kostenlos Aktionstage zur Arbeit mit dem Lärmkoffer „Lärmdetektive – Dem Schall auf der Spur“ an Schulen an. Interessierte Schulen erhalten weitere Informationen hier. In diesem Jahr findet zeitgleich als gemeinsame europäische Aktion auch der International Noise Awareness Day in Europa statt (https://euracoustics.org/INAD2017/).

Ab sofort können Sie wieder das Plakat zum „Tag gegen Lärm“ im Format DIN A2 sowie den aktuellen Flyer bestellen. Außerdem können Sie rechteckige Magnetbuttons (für Pinnwand und Kühlschrank) mit dem diesjährigen Motto erwerben. Wie immer, wird bei allen Produkten lediglich eine Versandpauschale erhoben. Sollten Sie Interesse haben, schreiben Sie bitte eine E-Mail an: ebaumer@dega-akustik.de
Materialien, die bis zum 06.04.2017 eingehen, werden von uns rechtzeitig bearbeitet. Diese Materialien werden in der Woche vor Ostern verschickt und sollten daher ca. 1 ½ Wochen vor dem „Tag gegen Lärm“ bei Ihnen eintreffen. Sie können aber auch das Plakat sowie den aktuellen Flyer als pdf-Datei von der Website des „Tag gegen Lärm“ herunterladen. Das Logo „Akustische Vielfalt in Deutschland!“ und das allgemeine Logo des „Tag gegen Lärm“, die Sie in Ihren Publikationen unter Angabe des „Tag gegen Lärm“ gerne verwenden können, stehen Ihnen dort ebenfalls als Download zur Verfügung.

Ab sofort können Sie auch wieder auf der Website des „Tag gegen Lärm“ Ihre Aktionen ankündigen. Egal, ob es sich um einen öffentlichen Aktionstag oder einen internen Workshop handelt, wir würden uns freuen, wenn Sie Ihre Aktion zum „Tag gegen
Lärm 2017“ ankündigen, um allen Interessierten zu zeigen, welche Aktionen im Rahmen des „Tag gegen Lärm“ durchgeführt werden können.

Machen Sie mit am 20. „Tag gegen Lärm – International Noise Awareness Day 2017“. Klären Sie mit Ihrer Aktion über Geräusche und ihre Wirkungen auf. Helfen Sie mit, akustische Lebensräume authentisch zu gestalten.

Ihr Team „Tag gegen Lärm“

Petition an Bundestag zu Fluglärm

Die Bürgerinitiative BfU Eddersheim 1975 eV (Mitglied des BBI) hat nach Art.17 & 45c GG, eine Online Petition beim Deutschen Bundestag eingereicht, zur

gesetzlichen Verbesserung des Schutzes vor Fluglärm.

Die Initiatoren bitten die Petition bis zum 20.2.2017 durch „Mitzeichnung“ zu unterstützen:
https://epetitionen.bundestag.de/content/petitionen/_2017/_01/_03/Petition_69224.html

P.S.: Die von niehl.de gestartete Petition an Henriette Reker hat mittlerweile knapp 750 Unterzeichner. Frau Reker hat bislang – trotz Nachfrage – noch keine Reaktion geäußert. Schade.

Fluglärm-Messstation in Niehl

Der Niehler Bürgerverein setzt sich ein für mehr Lärmschutz gegen den Fluglärm. Wer kennt es nicht, das Dröhnen der Flugzeugtriebwerke, insbesondere nachts, wenn viele Frachtflugzeuge über Niehl fliegen. Um ein Zeichen gegen den Fluglärm zu setzen, ist der Bürgerverein der Lärmschutzgemeinschaft Flughafen Köln/ Bonn beigetreten. Als ein erster Schritt zur Forderung von Lärmschutzmaßnahmen von den Flughafenbetreibern wird in Niehl eine Messvorrichtung aufgestellt.

Ebenso hat sich der Bürgerverein gegen eine mögliche Verlegung des Rettungshubschrauberplatzes nach Niehl ausgesprochen. Dieser würde die Lärmbelastung in Niehl deutlich erhöhen. Für sein Vorgehen hat der Bürgerverein von allen Parteien der Bezirksvertretung Nippes Unterstützung unterhalten.

Quelle: NiehlAnzeiger Winter 2016

2016 – ein schlechtes Jahr für uns

„2016 war ein hervorragendes Jahr für uns. Köln/Bonn war der wachstumsstärkste der großen deutschen Flughäfen und hat bei Passagier- und Frachtzahlen ein neues Niveau erreicht.“

So zitiert der Kölner Stadtanzeiger in seiner heutigen Ausgabe den Chef des Kölner Flughafens Michael Garvens. Für die unter Fluglärm leidende Kölner Bevölkerung heißt das: 2016 gab es noch mehr Fluglärm, noch mehr Emissionen als in den Jahren zuvor. Die Gesundheit der Kölner Bevölkerung wurde noch mehr als bislang einer Gefährdung ausgesetzt.

Und: Es wird nicht besser. „2017 kommen […] weitere Ziele in Übersee hinzu“, heißt es abschließend im Bericht.

Fake-News und die Fluglärm-Lobby

Fake-News und die Gefahren, die von ihnen ausgehen, sind ja derzeit in aller Munde. Oft werden Staaten und skrupellose „Internet-Gangster“ für das Verbreiten von solchen Falschnachrichten verantwortlich gemacht. Was oft vergessen wird sind die zahlreichen Lobbyverbände und Wirtschaftsunternehmen, die Fake-News schon seit Jahren in verschiedenen Medien verbreiten. Diese verfügen meist über erhebliche finanzielle Mittel, um interessengesteuerte Nachrichten nicht nur zu verbreiten, sondern diese auch so aussehen zu lassen, als wären sie echt und seriös.

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Quelle: fluglärm-portal.de

Machen Sie einen Versuch: Googlen Sie nach dem Wort „Fluglärm“, gerne ergänzt um eine geographische Angabe wie „Fluglärm Köln“, „Fluglärm Leipzig“ oder „Fluglärm Frankfurt“. Möglicherweise bemerken Sie, dass die Seite www.fluglaerm-portal.de sehr weit oben – wenn nicht sogar ganz oben – auf Ihrer Ergebnisseite auftaucht. Durchstöberten Sie die Seite, lesen Sie ein wenig. Die Homepage ist spannend, sie verspricht „Alle Infos zum Fluglärm“ aufzuzeigen. Tatsächlich ist sie viel besser und professioneller gemacht als die Seiten der meisten Vereinigungen von Fluglärmgegnern. Sie finden auf dem fluglaerm-portal richtig gutes Storytelling. Auf der Homepage wird eingeräumt, dass Fluglärm eine Belästigung darstellt und gesundheitsschädigend ist. Liest man aber ausführlicher auf der Seite fällt einem auf, dass die negativen Auswirkungen von Fluglärm gleichzeitig relativiert werden, dass etwa Vergleiche zu anderen Lärmkategorien wie Verkehrslärm, aber auch Gespräche und Musik gezogen werden um zu zeigen: Das mit den Flugzeugen ist ja gar nicht so schlimm. So heißt es dann auch: „Eine Verkürzung der Verkehrslärmdebatte auf das Thema Fluglärm hilft den von Lärm betroffenen Bürgern nicht.“ Erwähnt wird freilich nicht, dass wissenschaftliche Studien (etwa diese hier) schon längst sichern konnten, dass Fluglärm im Vergleich zu anderen Lärmquellen wie Straßenverkehr nicht nur als belastender wahrgenommen wird, sondern auch deutlich stärker die Gesundheit beeinflusst.

Alles in allem wirken die Texte auf der Seite beim ersten Überfliegen überzeugend und gut. Sogar seriös. Aber wo sind die Brüche? Hat nicht jede Geschichte zwei Seiten? Ist die Welt wirklich so einfach? Irgendwann entsteht beim Leser – so zumindest bei mir – das mulmige Gefühl: Warum werden die Auswirkungen des Fluglärms so relativiert, obwohl zahlreiche wissenschaftlichen Untersuchungen dagegen sprechen? Wer kann sich überhaupt einen so professionellen Internetauftritt leisten? Ist das echt? Sind die auf der Seite vorgestellten Expertenmeinungen nicht außerordentlich selektiv und wird da nicht auch eine ganze Menge weggelassen? Deckt sich das mit dem Anspruch der Website, „überwiegend auf Quellen Dritter“ zurück zu greifen, um „dem Anspruch der Sachlichkeit gerecht zu werden“?

Gut, dass es in Deutschland eine Impressumspflicht für Internetangebote gibt. Denn so kann man schlicht nachlesen, wem die Seite fluglaerm-portal.de gehört und wer für die Inhalte verantwortlich ist. Überraschung: Betreiber ist der „Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirschaft e.V.“. Ein Lobbyverband. Ein Wirtschaftsverband. Die Selbstbeschreibung:
Der BDL wurde 2010 als Verband der deutschen Luftverkehrswirtschaft gegründet. Als zentraler Ansprechpartner für Politik, Medien und Öffentlichkeit bündelt und kommuniziert er die Themen, die von Bedeutung für den Luftverkehr sind.

Warum der Verband diese Form der Öffentlichkeitsbeeinflussung betreibt ist klar: „Um dem prognostizierten Wachstum Rechnung zu tragen, ist neben dem Ausbau von Flughäfen, der Entwicklung effizienterer Flugzeuge sowie der Weiterentwicklung des Air Traffic Managements auch ein dauerhafter Anstieg der Flugbewegungen zu erwarten.

Ziel des Internetauftritts ist also, Akzeptanz bei der Bevölkerung für eine Ausweitung des Flugverkehrs zu schaffen. Ganz so, wie es auch schon Politiker tun. Ein weiteres Ziel ist sicherlich auch Deutungshoheit über das Thema Fluglärm zu bekommen, durch bezahlte Anzeigen in Ergebnislisten von Suchmaschinen oder schlicht durch professionell erzeugten Content, der von Suchmaschinen vorangig indexiert wird und somit die kritischen Berichte auf die hinteren Plätze der Suche schiebt. Was ist also zu tun? Gar nicht so einfach. Letztlich hilft nur Skepsis und eine gesunde Portion an Misstrauen.