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Experten fordern neue Konzepte für den Flugverkehr

Am Dienstag haben acht verschiedene Nichtregierungsorganisationen eine Analyse vorgestellt, die für ein Umdenken bei der Luftverkehrspolitik plädiert. Zu den Organisationen gehören u.a. der BUND und die Bundesvereinigung gegen Fluglärm. Hintergrund der Analyse ist die Entwicklung eines neuen Luftverkehrskonzepts für das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) zum Frühjahr 2016, bei dem erstmals auch Umwelt- und Lärmschutzverbände beteiligt werden. Das Problem:

„Jedoch zielen schon die Grundlagen des Konzeptes darauf ab, den ‚Luftverkehrsstandort Deutschland‘ zu fördern, sprich: das Wachstum im Luftverkehr weiter voranzutreiben. Die Klimaschutz­ziele und die Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung werden hingegen vernachlässigt.“ (BUND)

Ein wesentliches Ergebnis der Analyse ist, dass es entgegen der Auffassung der  „Luftverkehrslobby keine Infrastrukturengpässe, sondern massive Flughafenüberkapazitäten gibt“. Eine Alternative zum Ausbau des Flugverkehrs gibt es, sie ist billiger, umweltfreundlicher und ebenso effizient: der Schienenverkehr.

Bezüglich des Fluglärms kommt die Analyse ebenfalls zu eindeutigen Aussagen:

„Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat ein Schlaf- und Ruhebedürfnis ermittelt, das im Laufe des Lebens von 16,5 Stunden als Neugeborener auf durchschnittlich 7,5 Stunden als Erwachsener sinkt. Nachtflüge, die dieses Schlafbedürfnis stören, erhöhen das Risiko für Herz- und Kreislauf-Erkrankungen sowie für Schlaganfälle mit zunehmender Lautstärke des Fluglärms um bis zu 80%.“ (NGO-Luftverkehrskonzept, S. 44)

Daher fordern die Herausgeber der Analyse den Schutz der gesamten Nachtzeit von 22:00 bis 6:00 Uhr durch ein grundsätzliches Nachtflugverbot und eine stärkere Orientierung der Lande- und Startgebühren am Lärmausstoß der jeweiligen Flugzeuge.

Frank Wenzel kommentierte die Veröffentlichung der Studie im Kölner Stadtanzeiger vom 5. August 2015 derart:

„Diese Studie war überfällig. Acht Nichtregierungsorganisationen geben der deutschen Luftverkehrspolitik eine extrem schlechte Note. Unter dem Strich steht: Die Politik hat auf der ganzen Linie versagt.“

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