Neutrale Flughafenbesichtigung?

Gestern veröffentlichte ich eine Einladung des Kölner CDU-Politikers Christoph Klausing zu einer Flughafenbesichtigung unter dem Titel PR-Initiative der Politik.

Helmut Schumacher von der Lärmschutzgemeinschaft Köln-Bonn e.V. kann noch detaillierteres dazu sagen:

Dass gerade jetzt solche Maßnahmen gemacht werden, das dürfte auf das für dieses Jahr geplante Planfeststellungsverfahren zurückzuführen sein. Der Zusammenhang ist folgender: Nach einer 7-jährigen Prozessdauer durch alle Verwaltungsgerichtsinstanzen, den Musterkläger der Lärmschutzgemeinschaft durchgestanden haben, wurde schließlich in letzter Instanz beim Bundesverwaltungsgericht ein vollständiger Erfolg errungen. Demzufolge darf seither der Flughafen eine für ihn wichtige Flugzeug-Parkfläche (Vorfeldfläche A) nicht mehr benutzen, d.h. so lange nicht, wie nicht eine Umweltverträglichkeitsprüfung nachgeholt wurde.
Da der Flughafen diese Fläche jedoch dringend benötigt und weil er sich auch seiner (von der NRW-Landesregierung bisher immer unterstützten salamihaften) Ausbautaktik durch das BVG-Urtreil beraubt sieht, geht er jetzt den Weg über ein Planfestellungsverfahren. Und da liegt es doch klarer Weise auf der Hand, dass man schon im Vorfeld alle Anstrengungen macht, sich bei den Fluglärmbetroffenen in ein möglichst günstiges Licht zu setzen. Die jetzt neu geplanten, weiteren Ausbauvorhaben (wie auch die Wiedergewinnung der Vorfeldfläche „A“) müssen nämlich, das sieht eine Planfeststellung grundsätzlich vor, in allen betroffen Städten und Kommunen über vier Wochen für die Öffentlichkeit „ausgelegt“ werden und in dieser Zeit (und nur in dieser Zeit!) können Betroffene verfahrenswirksam Einwände gegen die Planungen vorbringen, die dann im weiteren Verfahren in irgendeiner Form „verarbeitet“ werden müssen.

Da passt es doch ganz prima, wenn Betroffene aus Köln dazu einladen werden, eine Flughafenbesichtigung vorzunehmen, denn bei der Gelegenheit lässt sich den Besuchern doch auf dem Silbertablett die überragende Bedeutung des Flughafens für die Wirtschaftsentwicklung der gesamten Region servieren, Nachtflüge natürlich eingeschlossen!

Noch ein anderes Argument: Auch der Flughafen Düsseldorf hat ein Planfeststellungsverfahren laufen (die sind noch vor Köln daran) und dort hat es doch sage-und-schreibe über 30.000 Bürgereinwände gegeben. Man stelle sich mal vor, welche immense Arbeit deren Bearbeitung für die Beamten im Landesverkehrsministerium mit sich bringt! Da sagen sich sich doch die Kölner: Das darf uns auf keinen Fall passieren – soweit lassen wir es lieber nicht kommen – da laden wir doch mal flugs eine Reihe von Bürgervereinen aus den Regionen wo Nachtflugbetrieb besteht zu uns ein …und erklären den Leuten dann die schöne Welt des Flugverkehrs und des Kölner Lufthafens….
Auf diese Art und Weise dürfte sich dann so mancher „Fluglärm-Saulus“ zu einem „Flughafen-Köln/Bonn-Paulus“ mausern!

Beste Grüße,
Helmut Schumacher

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