Flugverkehr gegen die Zukunft

Im Wirtschaftsteil der Zeit ist ein lesenswerter Artikel erschienen, der sich kritisch mit den Forderungen der Politik nach weiterem Wachstum im Flugverkehr auseinandersetzt. Hintergrund ist eine von der FDP initiierte Abstimmung in Berlin zum Erhalt des Flughafens Tegel, auch wenn BER einmal eröffnet sein sollte. Was die FDP als modern bezeichnet – so die Autorin Petra Pinzler – kann auch anders gesehen werden:

„Für sie ist modern, wenn unter dem Fluglärm viele Hunderttausend Leute leiden. Wenn täglich Kerosin und Feinstaub auf große Viertel regnen. Wenn ein Flugzeugabsturz direkt über der Stadt passieren würde, die sind nämlich bei der Landung am häufigsten. Modern ist offensichtlich, wenn man das Flugzeug um die Ecke hat – selbst aber nicht direkt in der Einflugschneise wohnt. Geht es noch?“

Pinzler zeigt hier die massive Realitätsverweigerung deutscher Politik auf, die weder auf den Klimawandel angemessen reagiert, noch zukunftsorientiert und global agiert. Andere Städte wie New York oder Melbourne stellen sich da besser auf. Pinzler folgert:

„Ruhe, saubere Luft, eine gesunde Umgebung – das sind moderne Standortfaktoren. Deswegen werden im 21. Jahrhundert die ‚modern‘ sein, die Verkehr neu organisieren – und Alternativen zu Billigflügen quer durchs Land schaffen. Die also Bahntrassen retten, nicht Flughäfen. Schon wegen des Klimawandels.“

Nebenbei: Der Kölner Stadtanzeiger berichtet heute mal wieder von neuen Flugverkehrsrekorden in NRW im ersten Halbjahr 2017.

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